Archiv

Hier finden Sie Informationen zu den vergangenen Veranstaltungen der Gesellschaft.

Symposium 2009

Der Vampyr
Von der Dämmerung der Gothic Novel bis zum Morgen-Grauen des Teenieromans
Köln, 2.-3. Oktober 2009

"Die Eule der Minerva beginnt ihren Flug erst mit Einbruch der Dämmerung", sagt Hegel. In der Stunde "entre chien et loup" ( J. G. Hamann), zwischen zehn und elf Uhr abends also, wenn Hund und Wolf verwechselbar werden, beginnt nicht nur der Flug der scharfsichtigen Vernunft; anderes Gelichter erhebt sich ebenfalls aus dunklen Grüften oder kriecht aus dem Schatten nächtlicher Wälder: Monster, Nachtmahre, Ungeheuer, Vampire. Gibt sich die Vernunft dem Traum von der Perfektionierbarkeit ihrer Ziele hin, so "produziert sie Monster" (Goya: Caprichos), und wenn die gequälte Seele um Hilfe schreit, erhält sie als Antwort ein Echo ihrer Ängste: das Gelächter der Monster, die ihre eigenen Visionen geschaffen haben. So interpretiert Max Ernst das Phänomen.
Der Vampir ist zweifellos ein Gegenbild zur bürgerlichen Aufklärung: Kein kantia-nisches "Du kannst, denn du sollst!", sondern: "Du willst, was du nicht sollst". Keine Bevorzugung der Tageszeit der Arbeit, Morgen, Mittag, früher Nachmittag, sondern Abend und Nacht, die Zeit der Ruhe, der Betäubung, der Sinnenlust und des Rausches; nicht die Bel-Etage des Bürgerhauses, sondern der Keller, der Sarg in ungeweihter Erde, der Abendhimmel der Fledermaus. Nicht die durch den Ehever-trag geregelte Liebespflicht, sondern die enthemmte Begierde und die tödliche Lust.
In einer durch Wissenschaft und Technik mehr und mehr festgelegten Welt ist der Vampir in Film und Literatur zunehmend präsent – ein Zufall?

Die Tagung wird im Jahrbuch 27:2009 dokumentiert werden.

Symposion 2008

Hybris und Heil 

(Bio)ethische Fragen in phantastischer Literatur 

  

In Werken der „Phantastischen Literatur“, besonders in denen der „Inklings“-Autoren (C.S.Lewis, J.R.R. Tolkien, Charles Williams u.a.) werden oft tief greifende ethische Fragen verhandelt. Experimente mit dem Leben, Schaffung künstlicher Menschen oder Euthanasie – heute aktuelle bioethische Themen – finden sich bereits in ihren Werken. In unserem international und interdisziplinär besetzten Symposium, das sich verschiedenen Aspekten von Bioethik und Literatur stellt, werden sie im Licht neuer Erkenntnisse analysiert und diskutiert. Dabei wird von den visionären Quellen der Ethik bei S. T. Coleridge und deren Rezeption im Kreise der Inklings-Autoren ausgegangen. Es wird deren Umgang mit ethischen Problemen beleuchtet. C. S. Lewis’ wegweisendem Büchlein “The Abolition of Man“ (1943) und dessen mahnenden Worten zur Eugenik wird besondere Beachtung geschenkt. 


Freitag, 3. Oktober 2008 

10.15 Uhr Grußwort von  Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden 


10.25 Uhr 25 Jahre Inklings-Gesellschaft 

Raimund Kern, Präsident der  Inklings-Gesellschaft 


I.  Zur Bioethik 


10.45 Uhr  Leitsätze zum Schnittbereich zwischen Biomedizin und Theologie 

 Prof. Dr. Ulrich Lüke, Aachen 


11.30 Uhr Bestimmen die Gene unsere  Zukunft?  Vom Umgang mit  genetischem Wissen 

 Prof. Dr. Klaus Zerres, Aachen  


II.  Aspekte der Bioethik bei Inklings-Autoren 


13.45 Uhr  ‚strange and extreme silentness' –  die visionären Quellen der Ethik bei S. T. Coleridge und deren Rezeption im Kreise der Inklings 

Adelheid Kegler, Köln 


14.30 Uhr Mere humanity – Wie die Inklings mit ethischen Problemen umgehen 

Dr. Josef Schreier, Aachen  


III.  Aspekte der Bioethik in SF und Utopie 


15.45 Uhr ‚It’s alive!' Der mad scientist als  Amoralapostel 

Dr. Johannes Rüster, Erlangen 


16.30 Uhr Bestrafte Grenzüberschreitung oder Dr. Frankensteins Ende. Zur narrativen Gestaltung moralischer Urteile über Experimente mit dem Leben in ausgewählten Romanen 

Prof. Dr. Rudolf Drux, Köln 


(17.15 - 19.30 Uhr: Mitgliederversammlung der  Inklings-Gesellschaft) 


20.00 Uhr Orgelkonzert  in St. Michael/AC-Burtscheid 

Anno Schreier, Karlsruhe 

 

Samstag 4. Oktober 2008 


9.15 Uhr Bioethical issues in the works of M.Bulgakov and A.Belyaev 

 Dr. Vera Shamina, Kazan/Russland 


10.00 Uhr Das Problem der Euthanasie im  Drama ‚Extasy Rave' von Constanze Dennig 

 Dr. Elena Schevchenko, Kazan/Russland  


IV.  Aspekte der Bioethik in phantastischer  Literatur 


11.15 Uhr   Fantasy-Welt, heile Welt? Der Mensch in der Fantasy Fiction des 20. Jahrhunderts zwischen Natur und Übernatur 

 Prof. Dr. Dieter Petzold, Erlangen 


13.30 Uhr   Wir schaffen den neuen Menschen – der künstliche Mensch zwischen Traum und Alptraum 

 Stefan Lampadius, Leipzig 


14.15 Uhr   The fantastic horror and wonder: from a Taoist perspective of  bioethics 

 Prof. Dr. Fanfan Chen, Taipeh/Taiwan 


16.00 Uhr Schlussdiskussion 


17.15 Uhr Führung durch den Aachener Dom 


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